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Pflegevergleich: Ambulante Pflege vs. stationäre Pflege – was ist die richtige Wahl?

Die Entscheidung zwischen ambulanter und stationärer Pflege gehört zu den wichtigsten Weichenstellungen für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen. Dabei ist es zunächst wichtig, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede beider Pflegevarianten zu klären sowie deren Vor- und Nachteile. Unser Pflegevergleich liefert Ihnen genau das und damit eine Hilfestellung, die richtige Wahl zu treffen.  

Was bedeutet und beinhaltet die ambulante Pflege?

Ambulante Pflege bedeutet, dass pflegebedürftige Menschen in ihrer häuslichen Umgebung betreut und versorgt werden – daher auch der alternative Begriff „häusliche Pflege“. Ziel ist es, die Selbstständigkeit der Betroffenen so lange wie möglich zu erhalten und gleichzeitig eine fachgerechte Unterstützung im Alltag zu bieten. 

Wesentliche Merkmale der ambulanten Pflege: 

  • Pflegeort: Die Pflege findet in der Wohnung oder im Haus der pflegebedürftigen Person statt. 

  • Leistungserbringer: Sie wird von einem ambulanten Pflegedienst übernommen, der regelmäßig nach Hause kommt. 

  • Leistungsumfang: Je nach Pflegegrad und Bedarf umfasst die ambulante Pflege:

    • Grundpflege: z.B. Körperpflege, Hilfe beim An- und Auskleiden, Unterstützung beim Essen und Trinken
    • Behandlungspflege: z.B. Wundversorgung, Medikamentengabe, Blutzuckermessung oder Injektionen – auf ärztliche Anordnung
    • Hauswirtschaftliche Versorgung: z.B. Einkaufen, Kochen, Reinigung der Wohnung
    • Betreuungsleistungen: Begleitung zu Terminen, Gespräche oder Aktivierung zur Erhaltung geistiger Fähigkeiten
  • Kostenübernahme: Die Kosten werden – je nach Pflegegrad – von der Pflegeversicherung (SGB XI) und bei medizinischen Leistungen von der Krankenkasse (SGB V) übernommen. 

Vorteile und Nachteile der ambulanten Pflege

Vorteile ambulante Pflege  Nachteile ambulante Pflege 
  • Verbleib im vertrauten Zuhause und Erhalt der gewohnten Umgebung​ 
  • individuelle Anpassung der Versorgung durch die Pflegekräfte und flexible Hilfe je nach Bedarf​ 
  • enger und regelmäßiger Kontakt zu Familie und Freunden​ 
  • Förderung von Selbstständigkeit und mehr Lebensqualität für Pflegebedürftige 
  • geringere Kosten als stationäre Pflege, da Unterkunfts- und Verpflegungskosten entfallen​ 
  • Möglichkeit, die Pflege auf ggf. steigenden Bedarf flexibel anzupassen 
  • Häusliche Pflege durch ambulante Pflegekräfte bietet keine Rund-um-die-Uhr-Betreuung – Versorgung findet zu festen Zeiten statt.
  • Belastung der Angehörigen, wenn viel Unterstützung bei der häuslichen Pflege nötig ist.
  • bei höherem Pflegegrad oft nicht ausreichend – Umbaumaßnahmen im Wohnraum (Barrierefreiheit) können nötig werden

 

Die ambulante Pflege hilft also dabei, dass Menschen trotz Pflegebedürftigkeit in ihrer vertrauten Umgebung leben und dabei professionell unterstützt werden. Die vertraute Umgebung bietet Sicherheit und Selbstbestimmung. 

Was versteht man unter stationärer Pflege? 

Stationäre Pflege bezeichnet die Pflege und Betreuung von Menschen in einer Pflegeeinrichtung, also außerhalb der eigenen Wohnung, bspw. in einem PflegeheimSeniorenheim oder im betreuten Wohnen. Sie kommt dann infrage, wenn die Versorgung zu Hause – etwa durch Angehörige oder ambulante Pflegedienste – nicht mehr ausreicht, um die notwendige Pflege sicherzustellen. Das kann z.B. an fehlenden Geräten zur medizinischen Behandlung oder fehlender Barrierefreiheit in der eigenen Wohnung bzw. im eigenen Haus liegen. 

Wesentliche Merkmale der stationären Pflege: 

  • Pflegeort: Die pflegebedürftige Person zieht dauerhaft in eine Pflegeeinrichtung ein, die auf ihre Bedürfnisse ausgerichtet ist. Dort stehen Pflegepersonal, medizinische Versorgung und Betreuung rund um die Uhr zur Verfügung. 

  • Leistungsumfang: Die stationäre Pflege umfasst je nach Pflegegrad:

    • Grundpflege: Unterstützung bei Körperpflege, Ernährung, Mobilität etc.
    • Behandlungspflege: Medizinische Leistungen auf ärztliche Anordnung (z.B. Wundversorgung, Medikamentengabe)
    • Soziale Betreuung: Aktivierungsangebote, Freizeitgestaltung und psychosoziale Unterstützung
    • Hauswirtschaftliche Leistungen: Reinigung, Wäsche, Mahlzeiten und allgemeine Versorgung
  • Arten der stationären Pflege:

    • Vollstationäre Pflege: dauerhafte Unterbringung in einem Pflegeheim
    • Teilstationäre Pflege: pflegebedürftige Personen nutzen das Angebot einer Tages- oder Nachtpflege
    • Kurzzeitpflege: zeitlich begrenzte Unterbringung, z.B. nach einem Krankenhausaufenthalt oder zur Entlastung von Angehörigen
    • Verhinderungspflege: vorübergehende Pflege in einer Einrichtung, wenn pflegende Angehörige verhindert sind (z.B. Urlaub, Krankheit)
  • Kostenübernahme:

    • Die Pflegeversicherung übernimmt je nach Pflegegrad einen pauschalen Zuschuss.
    • Eigenanteile (z.B. Unterkunft, Verpflegung) müssen in der Regel vom Bewohner selbst getragen oder durch Sozialhilfe ergänzt werden.

Vorteile und Nachteile der stationären Pflege

Vorteile stationäre Pflege  Nachteile stationäre Pflege 
  • professionelle Betreuung und medizinische Versorgung rund um die Uhr​ 
  • kein organisatorischer Aufwand für Angehörige – Entlastung der Familie 
  • gesellschaftliche Interaktion durch andere Bewohner und organisierte Aktivitäten​ 

 

  • Trennung vom gewohnten Zuhause, oft mit emotionaler Belastung verbunden 
  • weniger Individualität und Flexibilität im Alltag, Anpassung an Heimbedingungen 
  • höhere Kosten aufgrund von Unterkunft, Verpflegung und pflegerischer 24-h-Versorgung. 
  • reduzierter persönlicher Kontakt zu Angehörigen, abhängig von Besuchsregelungen 

Die stationäre Pflege stellt also eine professionelle Rundum-Versorgung z.B. in Pflegeheimen sicher und entlastet die Angehörigen. Allerdings müssen die pflegebedürftigen Personen ihre Wohnung oder Ihr Haus und damit in der Regel auch einen Großteil des gewohnten sozialen Umfeldes verlassen.  

Direkter Pflegevergleich: Ambulante vs. stationäre Pflege 

Damit Sie besser abwägen können, welche Pflegevariante die bessere Wahl für Sie ist, noch einmal der direkte Vergleich: 

Merkmal  Ambulante Pflege  Stationäre Pflege 
Wohnort  Zuhause  Pflegeeinrichtung 
Betreuung 
  • Grund- und Behandlungspflege 
  • bei Bedarf hauswirtschaftliche Versorgung und weitere individuelle Betreuungsleistungen  
  • Grund- und Behandlungspflege mit Rund-um-die-Uhr-Betreuung 
  • soziale Betreuung, hauswirtschaftliche Leistungen 
Flexibilität  hoch, auf individuelle Bedürfnisse abstimmbar  weniger flexibel, feste Strukturen 
Kosten  günstiger, da keine Heimunterbringung nötig  höhere Kosten durch Unterkunft, Essen und Betreuung 
Kostenübernahme  teilweise oder komplette Übernahme durch Pflegekasse – abhängig von Einstufung des Pflegegrads  je nach Pflegegrad pauschaler Zuschuss durch Pflegekasse, Unterkunft und Verpflegung müssen vom Bewohner gezahlt werden 

Entscheidungsfaktoren beim Pflegevergleich: Was sollte man beachten? 

Die Wahl zwischen ambulanter und stationärer Pflege hängt in erster Linie vom Pflegegrad ab. Weiterhin spielen die Wohnsituation, die Zeit, die Angehörige als Pflegende aufbringen können, die finanziellen Möglichkeiten und nicht zuletzt natürlich auch die persönlichen Wünsche der zu pflegenden Person eine große Rolle.  

Gerade bei leichter bis mittelschwerer Pflegebedürftigkeit und einem unterstützenden sozialen Umfeld spricht vieles für die ambulante Pflege. Grundsätzlich ist die stationäre Pflege nur in den Fällen empfehlenswert, in denen die Bedingungen daheim und der Pflegeaufwand eine ambulante Pflege unmöglich machen.  

Warum ambulante Pflege oft die bessere Lösung ist 

Viele Familien erleben Tag für Tag die Vorteile ambulanter Pflege, da sie Selbstständigkeit und ein würdevolles Leben im eigenen Zuhause ermöglicht. Die Pflegebedürftigen profitieren von individueller Betreuung, Unterstützung für viele Alltagsaktivitäten und bleiben dennoch zu großen Teilen weiterhin unabhängig und selbstständig.  

Sofern mit der ambulanten Pflege grundsätzlich eine gute Versorgung der pflegebedürftigen Person sichergestellt werden kann, dann ist diese Pflegevariante in der Regel die bessere Option. Denn in der vertrauten Umgebung bleiben zu können – und das bezieht sich nicht allein auf Wohnung bzw. Haus, sondern das gesamte Wohnumfeld – ist einer der wichtigsten Faktoren für das Wohlbefinden der betroffenen Personen 

Für eine optimale und individuelle Lösung nehmen Sie am besten unsere professionelle Pflegeberatung in Anspruch und nutzen das offene Gespräch mit unserem Pflegedienst – gerne unterstützen wir Sie als ambulanter Partner auf dem Weg zur passenden Versorgung. 

FAQ zum Pflegevergleich von stationärer und ambulanter Pflege 

Welche Rolle spielen Angehörige bei der ambulanten Pflege?2025-11-25T18:10:48+01:00

Angehörige sind oft eine zentrale Säule der ambulanten Pflege: Sie übernehmen einen Teil der Betreuung, unterstützen bei alltäglichen Aufgaben und koordinieren die Zusammenarbeit mit Pflegediensten. Ihre aktive Mitwirkung ermöglicht oft erst den Verbleib im eigenen Zuhause. Allerdings kann dies auch mit Belastungen verbunden sein, weshalb Entlastungsangebote und Pflegeberatung wichtig sind. 

Wie wirkt sich der Pflegegrad auf die Wahl der Pflegeform aus?2025-11-25T18:10:26+01:00

Der Pflegegrad bestimmt den Unterstützungsbedarf und damit auch, welche Pflegeform infrage kommt. Je höher der Pflegegrad, desto umfassender sind meist die Anforderungen an Betreuung und Versorgung, sodass bei sehr hohem Pflegebedarf häufig die stationäre Versorgung notwendig wird. Bei leichten bis mittelschweren Graden reicht meist eine ambulante oder kombinierte Lösung aus. 

Kann man ambulante und stationäre Pflege kombinieren?2025-11-25T18:10:09+01:00

Ja, in vielen Fällen ist eine Kombination beider Modelle möglich – zum Beispiel durch teilstationäre Angebote wie Tages- oder Nachtpflege. So kann tagsüber oder nachts professionelle Betreuung in einer Einrichtung stattfinden, während der Pflegebedürftige ansonsten zu Hause bleibt. Auch eine Übergangs- oder Kurzzeitpflege nach Krankenhausaufenthalten ist denkbar. 

Mit welchen Nachteilen muss man bei stationärer Pflege rechnen?2025-11-25T18:09:47+01:00

Zu den Nachteilen stationäre Pflege zählen der Verlust der gewohnten Umgebung, feste Abläufe, geringere Flexibilität, mögliche emotionale Belastung durch die Trennung vom Zuhause sowie höhere Kosten (Unterbringung, Verpflegung). Der persönliche Kontakt zu Angehörigen ist auf Besuche begrenzt und nicht jederzeit frei gestaltbar. 

Was sind die wichtigsten Vorteile stationärer Pflegeeinrichtungen?2025-11-25T18:08:44+01:00

Die Vorteile stationäre Pflege betreffen vor allem Schwerst- oder Rund-um-die-Uhr-Pflege:  

  • professionelle Betreuung und medizinische Versorgung sind jederzeit verfügbar 
  • Zugang zu spezialisierten Therapien 
  • Sicherheit bei Notfällen 
  • Entlastung der Angehörigen von organisatorischen und pflegerischen Aufgaben 
  • Möglichkeiten zu sozialen Kontakten und Gemeinschaftsaktivitäten innerhalb der Einrichtung 
Welche Vorteile bietet die ambulante Pflege gegenüber stationärer Pflege?2025-11-25T18:08:14+01:00

Die wichtigsten Vorteile der ambulanten Pflege sind: 

  • Verbleib im eigenen Zuhause 
  • enge soziale Einbindung in das Familienleben 
  • individuelle und flexible Betreuung 
  • Förderung der Selbstständigkeit 
  • oft geringere Kosten 
  • Möglichkeit, die Pflege an den tatsächlichen Bedarf anzupassen 
Für wen eignet sich ambulante Pflege besonders?2025-11-25T18:07:46+01:00

Ambulante Pflege eignet sich für Menschen, die trotz Pflegebedürftigkeit möglichst lange in ihrer vertrauten Umgebung bleiben möchten, deren Pflegebedarf durch Pflegedienste und/oder Angehörige gedeckt werden kann und die sich möglichst viel Selbstständigkeit erhalten wollen. Sie ist auch eine gute Option bei moderatem Pflegebedarf, wenn familiäre Unterstützung vorhanden ist. 

Was ist der grundlegende Unterschied zwischen ambulanter und stationärer Pflege?2025-11-25T18:07:15+01:00

Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass ambulante Pflege in der eigenen Wohnung des Pflegebedürftigen stattfindet, wobei Pflegedienste oder Angehörige regelmäßig ins Haus kommen. Stationäre Pflege bedeutet, dass der Pflegebedürftige in eine Pflegeeinrichtung (z.B. ein Pflegeheim) umzieht und dort rund um die Uhr betreut wird. Ambulante Pflege ermöglicht ein selbstbestimmtes Leben im gewohnten Umfeld, während stationäre Pflege eine umfassende Versorgung und Überwachung in der Einrichtung bietet.

2025-11-25T18:24:30+01:00
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